Vegan in Malaysia – Tipps und Strategien [bio, glutenfrei, Rohkost]

Ich habe von Februar bis April 2019 etwa sechs Wochen in Malaysia verbracht. Nach den ersten Wochen in Kuala Lumpur bin ich über Melaka Richtung Süden gezogen, zum Schluss in Johor Bahru geendet, um dann über die Grenze nach Singapur zu hüpfen. 

Wie ihr bereits wisst, habe ich auf meiner Reise nicht wirklich Urlaub, sondern versuche einen relativ normalen Alltag zu leben. Ich hatte in Malaysia leider auch nicht die Gelegenheit, die touristisch erschlossenen Traumstände und Inseln zu besuchen, weil sie nicht auf der Strecke lagen, sondern war in Städten unterwegs.

Ich muss sagen, was das Essen betrifft, hat sich der Aufenthalt als eine ganz schöne Herausforderung entpuppt! Vegan war schwierig. Bio war schwierig. So lange man keine eigene Küche hat. Und Low-Budget unterwegs ist. Gehobene Etablissements sollten eher helfen können, aber auch die findet man nicht überall – und es hat ja auch nicht jeder das passende Budget. 

Daher will ich in diesem Beitrag meine gesammelten Tipps und Erfahrungen zu veganen Überlebensstrategien in Malaysia teilen, für alle, die vielleicht eine ähnliche Tour planen. Ich hoffe, ich kann euch damit den Start vor Ort erleichtern und ihr findet euch schneller zurecht!

Zu meinen Essens-Erlebnissen in Malaysia gibt es auch eine Folge im ‘Vmail für Dich Podcast’ (Folge 20: ‘Vegane Not in Asien’ ab 13. Mai 2019), hört doch mal rein!

Außerdem könnt ihr auch meine Google Maps Karte von meiner Reise ansehen, auf der ich viele Shops und Restaurants abgespeichert habe. Ich habe nicht alle selbst besucht, manche auch nur bei meinen Recherchen vorgemerkt, aber viele doch auch vor Ort entdeckt und abgespeichert, und vielleicht findet ihr die Sammlung ja insgesamt hilfreich.

Und wenn ihr selbst noch Tipps habt, würde ich mich riesig freuen, wenn ihr sie in den Kommentaren teilt! 

Bio-Lebensmittel in Malaysia

Die ‘Bio’-Philosophie ist leider noch nicht sehr präsent. In der Gastronomie bin ich nur sehr selten, ganz vereinzelt über ‘organic‘ Angebote oder überhaupt irgend einen Hinweis zu Herkunft und Produktion der Zutaten gestolpert.

Das ist besonders schade, weil ein Blick auf das gewöhnliche Supermarkt-Sortiment und die Zutatenlisten auf den Produkten nicht gerade Vertrauen in das alltägliche Angebot aufbauen. Man fragt sich dann doch, was wohl im Restaurant auf dem Teller landet. 

Beim Einkauf wird man schon eher fündig, muss dazu allerdings meistens spezialisierte kleine Bioläden oder Reformhäuser aufsuchen und leider gibt es auch von diesen nicht viele. In ein paar wenigen Supermärkten – in modernen Shopping Malls in eher nobleren Vierteln – findet man auch mal eine Frischeabteilung mit Bio-Angebot.

In den meisten normalen Supermärkten oder Convenience Stores gehört Bio-Ware allerdings noch nicht zum Sortiment. Das heisst, man muss gezielt suchen. Und wenn man weiss, wonach man genau suchen muss wird man auch fündig. Hierzu also folgende Tipps … 

Allgemeine Such-Strategie für den ersten Überblick

Wenn ich irgendwo in einer neuen Gegend ankommen, verschaffe ich mir immer erst einmal über ein paar einfache Suchabfragen einen allgemeinen Überblick.

Erst werfe ich einen Blick in Happy Cow, um zu sehen was in der Nähe eingetragen ist. Eigentlich plane ich meine Standorte oft sogar danach und suche Ziele mit vielen Eintragungen aus. Das ist meist ein guter Hinweis dafür, dass hier eine entsprechende Community und passendes Angebot zu finden sind. 

Dann öffne ich Google Maps und gehe kurz folgende Suchabfragen durch – und speichere interessante Ergebnisse auch gleich ab:

  • vegan” – damit findet man meist wenige, aber dafür die wichtigsten, besten Treffer. Aber Achtung, nicht bei jedem Unternehmen in den Suchergebnissen handelt es sich um ein veganes – auch wenn in den Kommentaren ‘vegan’ erwähnt wieder, erscheint der Eintrag in der Ergebnisliste. Und dann muss man prüfen, ob es sich um einen positiven oder negativen Hinweis handelt… Am besten ist das Geschäft gleich im Untertitel als ‘Vegan Restaurant’ oder ‘Vegan Shop’ bezeichnet. 
  • organic” – hier tauchen Bioläden auf und auch Health Food Cafes.
  • health shop” – ebenfalls Bioläden und Reformhäuser.
  • vegetarian” – in Gegenden, wo der Begriff ‘vegan’ noch nicht verbreitet ist.
  • glutenfree” – manchmal tauchen spezialisierte Bäckereien oder Shops auf, aber vergleichsweise wenige.
  • evtl. auch noch “raw food” – aber exakte Treffer gibt es wenige und entsprechende Cafes tauchen meistens schon in den anderen Suchen auf.
  • juice” kann auch mal interessant sein, um Saftbars aufzudecken – die sich dann oft auch als Health Food oder Raw Food Cafes entpuppen.
  • Außerdem “supermarket” um zu sehen wo die nächsten Einkaufsmöglichkeiten sind und wie diese ausschauen.

Nach diesem schnellen Suchdurchlauf hat man einen guten Überblick über das Angebot und die Gesamtsituation in der Gegend. Entweder springt das Herz vor Glück, weil so viele spannende, interessante Treffer jetzt in der gespeicherten Liste sind und man am liebsten gleich alle besuchen und testen möchte. Oder … man weiss Bescheid, dass es schwierig werden könnte … 

Die besten Supermarkt-Ketten mit Bio-Angebot in Malaysia

Wie überall gibt es auch in Malaysia schönere und weniger schöne Supermarkt-Ketten. Die besseren, die auch ein Bio-Sortiment führen sind:

Ich habe aber auch zum Beispiel bei Aeon, deren Märkte, die ich sonst gesehen habe, eher schäbig waren, im noblen Viertel Bukit Indah in Johor Bahru in der Aeon Mall einen schicken Markt mit schöner Bio-Ecke gefunden.

Also, wenn man nach den nobleren oder neuesten Shopping Malls Ausschau hält, wird man meist fündig. Und übrigens spielt sich in Malaysia alles in Malls ab. 

Beeindruckend ist auch der Flughafen in Kuala Lumpur. Nach Ankunft wird man direkt durch die hauseigene Mall geschleust – mit faszinierendem Angebot! Hier gibt es gleich mehrere sehr gut sortierte Supermärkte und man findet wirklich alles – die beliebtesten Produkte aus allen Industrieländern der Welt. Möglicherweise sind das sogar die best-sortierten Supermärkte im Land. Aber vielleicht war ich auch nur vom ersten Eindruck nach Ankunft überwältigt. Auf jeden Fall lohnt es sich reinzuschauen, wenn man etwas Bestimmtes braucht.

Biomarkt- oder Reformhaus-Ketten in Malaysia

Tatsächlich gibt es auch ein paar Bio-Ketten! Es lohnt sich, kurz in Google Maps zu suchen, ob sich möglicherweise eine davon in der Nähe befindet! Allerdings findet man diese hauptsächlich in Kuala Lumpur und in anderen größeren Städten wie Johor Bahru.

  • Zenxin: Eine Bio-Farm und Shop-Kette.
    Die Farm kann man in der Nähe von Johor Bahru auch besichtigen! Beim Bio-Frische-Angebot der Supermärkte handelt es sich meist um diese Marke und die Bioladen-Kette ist auch die einzige, die immer eine Frischeabteilung hat, soweit ich gesehen habe. Zenxin produzieren sogar speziellere Sachen wie Erbsengrün oder Weizengras, das frisch gekauft werden kann!
    Plus sie arbeiten sogar mit EM (Effektiven Mikroorganismen) und Original Emiko EM-Produkte sind auch in den Läden zu finden!
       
  • Justlife: Bioladen-Kette und Online-Shop.
     
  • BMS Organics: Bioladen-Kette mit angeschlossenem Cafe.
     
  • Natural Health Farm (NHF): Bioladen-Kette mit Gesundheits-Angebot, z.B. Ernährungsberatung.
bio-supermarkt-einkauf in malaysia

Saftbars in Malaysia

Ich war überrascht von dem großen Angebot an Saftbars in Malaysia! Und in den meisten bekommt auch einen grünen Saft serviert.

Eigentlich gibt es in jeder Mall mindestens eine Saftbar und man muss gar nicht suchen. Viel günstiger sind die kleineren Saftstände außerhalb von Malls, die keiner Kette angehören. Hier bekommt man Säfte auch schon zum halben Preis. Da sie individuell sind, kann ich sie hier leider nicht aufführen. Einfach Augen auf!

Die Namen der Saftbar-Ketten vermerke ich hier auf jeden Fall: 

Süßkartoffel-Stände

Manchmal hat man Glück und entdeckt auf Märkten oder in den “Food Courts” oder “Hawker Centres” (Restaurant- und Imbiß-Bereich in Shopping Malls oder auch als eigene Einrichtung) einen Stand, der genau ein Produkt im Angebot hat: gegrillte oder gebackene Süßkartoffeln! Es handelt sich dabei und große Exemplare, von denen man sich den Favoriten aussucht, dieser wird gewogen und man bezahlt nach Kilogramm-Preis. Eine Kartoffel alleine macht schon eine leckere Mahlzeit! Praktisch zum sofort Essen oder Mitnehmen für ein späteres Gericht.

süsskartoffel

Vegane Restaurants und Health Food Cafes in Malaysia

Vegan‘ gibt es so gut wie nicht. Der Begriff ist nicht bekannt und man muss nach der Bezeichnung ‘vegetarisch‘ suchen. Vegetarische Restaurants sind oft von außen auch an einem grünen Symbol erkennbar – vermutlich ein asiatisches Schriftzeichen für das Wort vegetarisch.

Was die Gastronomie angeht habe ich nur eine einzige Kette gesehen. Diese ist allerdings besonders interessant und ich muss euch unbedingt empfehlen während eures Aufenthalts eine Filiale aufzusuchen!

  • Simple Life: ein modernes, vegetarisches, asiatisches Health-Food-Konzept. Man findet hier asiatische Gerichte wie Nudelsuppen oder Reisgerichte – aber möglichst vollwertig, z.B. mit braunem Reis, und auch mit Bedacht auf die Herkunft der Zutaten. Das Menü ist sehr kreativ gestaltet! Und man findet genügend vegane Auswahl. Zahlreiche Filialen in Kuala Lumpur.

Ansonsten sind die wenigen veganen oder Health-Food-Restaurants Einzelprojekte, die man wie oben beschrieben heraussuchen muss. 

Asiatische vegetarische Restaurants

Häufiger findet man konventionelle asiatische Restaurants, die aber vegetarisch sind. Damit meine ich, sie haben nicht den Anschein einer Bio-Philosophie oder einen Fokus auf gesunde Ernährung, wirken meist auch nicht besonders modern, aber sind eben vegetarisch. Und dazu ein kleine Warnung …

Wie mir immer wieder von Malaysiern bestätigt wurde, ist der Vegetarismus in diesem Land leider noch nicht sehr verbreitet. Vegetarische Restaurants in Malaysia sind meistens chinesisch oder indisch. Wem die indische Küche liegt, der kann immer gut nach einem Inder suchen und wird in der Nähe fündig.

Fleischersatzprodukte – “Fake Meat”

Bei den chinesisch-vegetarischen Restaurants gestaltet sich die Karte wie ein konventionelles Menü mit vielen Fleisch-Optionen – und Kuriositäten, die man im Westen gar nicht kennt – allerdings werden diese mit vegetarischen Fleischersatzprodukten kopiert. Das bedeutet, auf dem Teller befindet sich viel stark verarbeitete Industrienahrung.

Man findet auf dem Menü leider kaum ein Gericht, dass einfach auf vollwertigem Gemüse basiert. Etwas natürlicher sind zumindest die Naturtofu-Varianten (“bean curd”). Ansonsten bleibt meist nur etwas Gemüse mit Reis. Mir persönlich liegt da die indische Küche mehr. Und glücklicherweise findet man eigentlich immer einen Inder in der Nähe – oder sogar ganze Stadtviertel, die sich ‘Little India’ nennen. 

Ein Hinweis: Nicht-vegane vegetarische Zutaten

Beim Inder gibt es viel ‘Paneer‘ – den indischen Käse – und man muss doch auch darauf achten, dass die Soßen keine Milchprodukte enthalten! Immer nachfragen, oft sind sie versteckt.

Diese Gefahr besteht bei den Ost-Asiaten normalerweise nicht, hier wird als nicht-vegane vegetarische Zutat hauptsächlich Ei verwendet. 

Glutenfrei essen in Malaysia

Solange man sich an die traditionellen Reisgerichte hält, umgeht man Weizen und Gluten recht einfach.

Aufgepasst bei Nudeln! Meistens handelt es sich um Weizen-Nudeln. Nachfragen, ob auch Reis-Nudeln möglich sind – diese werden häufig auch als “Vermicelli” bezeichnet.

Bäckereien umgehen, hier ist wirklich gaaar nichts Brauchbares zu finden. Ich habe es wirklich versucht und war einfach auch neugierig und habe immer wieder nachgefragt. Irgendwie hatte ich die Vorstellung, es könnte vielleicht lokale Leckereien auf Reismehl-Basis geben, die man unbedingt mal probiert haben muss.

Aber abgesehen davon, dass dies nicht der Fall zu sein scheint, ist ein großes Problem auch, dass das Personal überhaupt keine Ahnung hat, was in den Produkten steckt, und mit den Begriffen Weizenmehl oder Gluten nichts anfangen kann. Nicht einmal mit dem Konzept verschiedener Mehlsorten überhaupt. Für sie ist es einfach nur Weissmehl oder normales Mehl oder Kuchenmehl …

Nachgefragt: Beispiel “Red Bean Buns”

Es gibt da zum Beispiel diese Berliner-/Donut-artigen Gebäcke (wobei sie nicht so fettig aussahen, womöglich sogar gebacken statt frittiert) mit einer Füllung aus roten Bohnen (‘Red Bean Buns‘). Es gibt sie in jeder Backstube. In einigen Bäckereien meinte das Personal, das könnte Reismehl sein. Nachdem ich aber sogar in verschiedenen Filialen der gleichen Kette verschiedene Informationen bekam und eigentlich keiner so genau wusste, was drin steckt, habe ich mal die Firma angeschrieben. Mich hat einfach interessiert, ob in der Zentrale jemand Bescheid weiss oder die Zutaten dort genauso nebensächlich sind.

Es handelt sich um die Firma ‘I love Yoo Tiao und ich vermute, dass man diese Infos stellvertretend für das Backwaren-Angebot allgemein sehen kann. Auf meine Frage, welche Artikel vegan und glutenfrei seien, bekam ich folgende Antwort: “Our yoo tiao, butterfly bun, Pulut bun, 5 spice bun, fried nian gao, sweet potato balls and red bean bun DO NOT contain milk, butter and egg.” Also noch mal nachgefragt, was davon glutenfrei sei … “Sorry that I overlooked the info you needed. Unfortunately to inform that all our fried items contain gluten in the flour.” Und somit an dieser Stelle auch der Hinweis, dass sehr Vieles frittiert wird. Also, Bäckereien braucht man nicht aufsuchen.

Im übrigen habe ich regelmäßig auf die Frage nach ‘glutenfrei‘ oder ‘weizenfrei‘ die Antwort gehört: “Ja, ja, das hier ist alles vegetarisch.” Also, die Begriffe sind einfach nicht bekannt und man versucht irgend eine Antwort zu geben, die vielleicht irgendwie passen könnte – nicht darauf verlassen. 

Glutenfreie Industrieprodukte

In den sehr gut sortierten Supermärkten, die auch ein gutes Bio-Angebot haben, sowie in den Bioläden, findet man glutenfreie Produkte – sogar importierte von westlichen Marken wie Schär. Allerdings handelt es sich bei vielen Artikeln um die bekannten stark verarbeiteten Lebensmittel inklusive vieler raffinierter Zutaten. Besser nicht. 

Glutenfreie Malaysische Delikatessen

Es gibt auch ein paar traditionelle, teils handgemachte Gebäcke oder Süßigkeiten aus wenigen Zutaten, ohne Weizen, sondern auf Basis von Kokos, Erdnuss oder Yams, mit viel Zucker, aber mit etwas Glück Kokosblütenzucker (Melakka-Zucker). Diese findet man in speziellen Shops oder Märktständen mit lokalen Delikatessen. Eventuell auch ähnliches in Supermärkten – dann aus der Massenproduktion aus Fabriken.

Leider sind die Zutaten oft nicht auf der Verpackung vermerkt und somit hilft nur nachzufragen und zu hoffen, dass man kompetent beraten wird. Bei ernstzunehmenden Unverträglichkeiten möchte man sich vielleicht eher nicht auf die spärlichen bis nicht vorhandenen Informationen verlassen. 

Also, was macht man, um in Malaysia glutenfrei durchzukommen? Kurz zusammengefasst: Brot und Gebäck ist tabu, man hält sich an Reisgerichte.

malaysische delikatessen

Sprossen und Mikrogrün in Malaysia

Wer Lust und die Möglichkeit hat, selbst unterwegs ein paar Sprossen zu ziehen, der findet passende Trockenware vor allem in den Bioläden bzw. Bio-Abteilungen der Supermärkte. Ich habe mich mit Buchweizen, Linsen und Mungbohnen versucht und das ging gut!

Wobei Linsen seltsamerweise schwer zu bekommen sind. Also, man sieht öfters die roten gespaltenen Daal, aber die lassen sich ja nicht mehr wiederbeleben. Braune Linsen gibt es selten – falls ihr welche seht, gleich mitnehmen! 

Fertige Sprossen und Mikrogrün findet man ebenfalls in Bioläden bzw. Supermärkten mit Bio-Sortiment in der Frischeabteilung. Dort gab es zum Beispiel die leckeren Erbsensprossen von Zenxin. 

Vegan-glutenfreie Lebensmittel in Malaysia - was habe ich also gegessen?

Jetzt verrate ich euch noch einige Leckereien, die ich vor Ort gefunden habe und womit ich gut über die Runden gekommen bin. Wo möglich bio, auf jeden Fall rein pflanzlich, glutenfrei und möglichst vollwertig und naturbelassen. Lecker!

Früchte!

Papaya, Drachenfrucht, Mango, Bananen, Mangosteen, Rambutan, Durian … das Angebot ist so vielseitig und üppig, man kann sich wirklich daran satt essen! Und günstig sind die lokalen Produkte. Und überall einfach zu finden: auf Ständen am Strassenrand, Märkten, Supermärkten … greift zu!

Erbsengrün, Kräuter

… und was ich sonst noch an handlichem kleinen frischen Grünzeug finden konnte. Im Bioladen und Bio-Abteilungen der Supermärkte.

Algen-Pulver oder -Flocken

Entweder als Würze auf Gerichten oder in einer Tasse Wasser wie leckere Trinkbrühe. In Bioläden findet ihr ein riesiges Angebot an den verschiedensten getrockneten Algen und Pilzen! Superfoods! Ideal, um die Nährstoff-Bilanz etwas aufzupeppen.

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Sprossen selbst gezogen

Wie bereits erwähnt, wo möglich. Z.B. Buchweizen, Mungbohnen, Linsen. Daraus lässt sich mit etwas Obst oder Gemüse eine tolle Mahlzeit basteln!

Okra

Mein liebstes Gemüse in Malaysia zum Knabbern oder zu Sprossen schnippeln! Schmeckt tatsächlich roh sehr lecker! Und ist sogar in Bio-Qualität zu finden.

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Roter oder schwarzer Reis – als Pulver

Wird hier als Breipulver verkauft, wie Frühstückscerealien. Eigentlich entspricht es dem, was wir als Mehl kennen?! Aber warum nicht! Man braucht den Brei nicht kochen, einfach in Flüssigkeit einrühren. Der rote oder schwarze Reis enthält im Vergleich zum polierten weissen Reis interessante Nährstoffe. Wegen der möglichen Belastung mit Arsen bin ich bei Reis vorsichtig, aber wenn man ihn nicht dauerhaft täglich ist, tragen diese Produkte immerhin zur Abwechslung hier in Malaysia bei. Aus Bioläden.

Geröstete Kichererbsen

Bei den Knabber-Artikeln im Supermarkt findet man immer auch geröstete Kichererbsen ohne jeglichen Zusätze. Sie sind pur lecker und eignen sich auch als Beigabe zu Salaten oder anderen Mahlzeiten.

Sesam-Würfel

Ähnlich der Sesam-Kräcker, die auch in Europa bekannt sind, findet man hier oft Würfelchen aus schwarzem Sesam, die mit irgend einer Art Süße zusammengeklebt sind – im Idealfall vollwertige Süße wie Kokosblüten- oder Dattelsirup. Es gibt sie pur oder mit beigemischten anderen Saaten wie Kürbiskernen. Am besten aus dem Bioladen.

Algen-Snacks

Knusprige Algen mit verschiedenen Geschmacksrichtung sind weit verbreitet und an jedem Kiosk erhältlich. Leider findet man kaum welche ohne schreckliche Zusatzstoffe. Im langen Algen-Snack-Regal im Supermarkt bin ich nur auf eine Produktlinie gestoßen, die relativ unbelastet aussah, leider habe ich den Namen vergessen. Es gab nur eine Handvoll Varianten, zum Beispiel mit Kürbiskernen oder Mandeln, Tüten in etwa A4-Format, gefüllt mit flachen Riegeln. Und im Bioladen wird man natürlich auch fündig.

Schwarzes Sojabohnen-Milchpulver

es ist unglaublich was für eine Auswahl an pflanzlichem Milchpulver aus den verschiedensten Pflanzen in den Bioläden steht! Teilweise scheinen die Dosen den halben Laden zu füllen. Hier werden reichhaltige Milchgetränke als nährende Mahlzeit gesehen. Vielleicht ist ja etwas dabei, was euch zusagt. Man muss nur die Zutatenliste prüfen, um unnötigen Zucker und andere Zusätze zu meiden. Ich hatte ein 100%iges, ungesüßtes Schwarze-Sojabohnen-Pulver in Bio-Qualität, das sehr lecker war – auch in Kaffee / Tee / Kakao oder Frühstücksbrei. Aus Bioläden, evtl. auch Bioabteilungen in Supermärkten.

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Kakao und Schokolade

Vielleicht habt ihr es mitbekommen … ich bin Schokoholic … mit Leidenschaft. Am liebsten mag ich 100%ige-Bio-Rohkakaomasse – the real thing! Tatsächlich habe ich bei Zenxin mal eine solche Tafel gefunden! Natürlich importiert. Für besondere Anlässe. Ansonsten muss man sagen, ist Malaysien kein Schoko-Land. Es gibt viel gepanschte Milchschokolade, auch mit tropischen Früchten wie Durian, aber kaum dunkle Schokolade ohne Milchpulver und sonstige Zusätze, oder Kakaopulver in richtig guter Qualität. Das beste was ich so im üblichen Handel gefunden habe, waren Mandeln in dunkler Schokolade. Und ein Mal eine Durian-Praline in dunkler Schokolade ohne Milchzusätze – das war ein Glücksgriff, aber wer sucht, der findet! Ansonsten importierte westliche Marken in gehobenen Supermärkten oder … Schoko-Detox! 

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Auswärts essen

Nachdem ich das Übermaß an tierischen Zutaten in den gewöhnlichen Restaurant-Küchen beobachtet hatte, habe ich mich auf rein vegetarische Restaurants beschränkt, vor allem auch um die Wahrscheinlichkeit einer Ansteckung mit Krankheitserregern aus den tierischen Produkten zu minimieren (Tropen … Kühlkette … Küchenhygiene … das wäre ein extra Blogartikel).

In ost-asiatischen vegetarischen Restaurants gab es meist die bereits erwähnten, einfachen Gemüsegerichte mit gedämpftem Reis oder Reisnudel-Suppen. Oder ich habe beim Inder die etwas breitere Auswahl an veganen Curry-Gerichten genossen. Außerdem habe ich mir wann immer möglich frische Säfte in den Saftbars geholt. Und wenn ich das Glück hatte, an einem Süßkartoffel-Stand vorbei zu kommen, habe ich mir dort gerne eine mitgenommen

Fun Facts: Malaysischer Kaffee - 'White Coffee'

Malaysische Kaffee-Röstung

Die Malaysier haben ihre eigene Art Kaffee zu rösten und zu trinken! Die Bohnen werden bei niedrigeren Temperaturen länger geröstet – mit Margarine, was den sogenannten “White Coffee” ergibt, oder mit Margarine und Zucker, woraus der schwarze “Kopi-O” entsteht.

Der Kaffee schmeckt dadurch nicht süß, bekommt aber durchaus ein rundes, leicht karamelliges Aroma und wird sehr dunkel. Er wird für gewöhnlich mit Zucker, der “White Coffee” auch mit Milch getrunken. 

‘3-in1’ vs. ‘Kopi-O’

Verkauft wird das Kaffeepulver in Portionsbeuteln ähnlich Teebeuteln – und jetzt kommt der Haken (mal abgesehen vom Verpackungsmüll): man findet kaum reinen Kaffee. Standard ist der “3-in-1”-Kaffee, was bedeutet, dass die Beutel bereits eine fertige Mischung aus Kaffee, Zucker und Kaffeeweisser enthalten und der Malaysier nur noch heißes Wasser darüber gießen muss.

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Den richtigen Malaysischen Kaffee kaufen bzw. bestellen

Auch in Cafes (“Kopitiam”) geht hauptsächlich weißer Kaffee über die Theke. Wer den kurios gerösteten schwarzen Kaffee ohne Milch und Zucker probieren möchte, muss “Kopi-O” kaufen oder bestellen – und im Cafe darauf achten zu betonen, dass er absolut keinen Zucker möchte, denn sonst wird er gesüßt serviert. 

Im Supermarkt steht auf der Zutatenliste der “Kopi-O”-Packung zwar ein erheblicher Anteil Zucker vermerkt, trotzdem schmeckt der Kaffee nicht süß. Ich vermute daher, dass es sich um den Zucker handelt, der bei der Röstung beigegeben wird und die dunkle Farbe des Kaffees auch vom verbrannten Zucker her rührt.   

Wenn ihr euch entschließt, Malaysischen Kaffee zu kosten, berichtet doch bitte wie er euch geschmeckt hat! 🙂 

Falls er euch nicht schmeckt …

… wäre jetzt die Gelegenheit, mal eine Kaffeepause einzulegen 🙂 Also, im Sinne von Pause von Kaffee …

Alternativ findet man in den besseren Supermärkten importieren ‘normalen’ Kaffee und in Bioläden auch Kaffee-Alternativen aus Reis, Hafer oder Zichorie. Lustigerweise habe ich auch in Malaysien erste Bekanntschaft mit dem Kaffee-Brühbeutel ‘Coffeebrewer’ aus Dänemark gemacht! Zu finden in Bioläden, auf jeden Fall bei Zenxin. Damit wäre dann auch das Problem der Kaffee-Zubereitung auf der Reise gelöst. 

Ich hoffe der Artikel ist euch eine Hilfestellung, wenn ihr als Pflanzenfresser durchs Malaysische Essensangebot navigieren müsst.

Und vielleicht entdeckt ihr dabei ja noch mehr Spannendes! Was habt ihr noch für Tipps zu gesundem Essen in Malaysia?

Ein Beitrag von

Cheryl (@ecoco)

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