Sprossen-Salat mit Linsen-, Brokkoli- und Kohl-Sprossen [Info: Sulforaphan]

Heute gab es keine extra Schale Kohl-Sprossen – also eigentlich müsste der Salat noch grüner aussehen 🙂

Diesen Salat essen wir in letzter Zeit fast jeden Tag und decken damit die tägliche Portion Brokkoli-Sprossen ab. Ihr habt sicher schon gehört, wie gesund sie sind? Mit den Sprossen bekommt man 50-100 mal mehr Sulforaphan als im ausgewachsenen Gemüse – das vielleicht potenteste Antioxidans, das vor allem in Kreuzblütlern gefunden wird! Oder ein anderer Vergleich: ein Löffel Brokkoli-Sprossen enthält etwa 17 Mal so viele Vitalstoffe wie ein Löffel Brokkoli-Röschen. Somit gehören Brokkoli-Sprossen mit auf die Checkliste für tägliche Vitalstoff-Lieferanten!

 

Zutaten

Beilage für 2 Personen – oder Mahlzeit für 1 Person

  • 50 g Linsen > 3-4 Tage keimen
    7 g Brokkoli-Saat > 10-14 Tage keimen (oder wie viel eben in eure Keimschale passt – bei mir passt die Menge für eine Anzucht-Schale 10 x 20 cm)
    7 g Grünkohl– oder Rotkohl-Saat (oder andere Sorten) > 10-14 Tage keimen (bzw. Menge wie oben)

Und eigentlich braucht man auch gar nicht mehr dazu – die Sprossen alleine schmecken schon so lecker, dass man sie einfach so knuspern oder als Beilage oder Salat servieren kann. Das ‚Rezept‘ lässt sich aber auch nach Lust und Laune erweitern, z.B. erst mal würzen:

Der Salat kann natürlich auch noch mit weiterem Gemüse aufgepeppt werden, z.B.:

  • Sellerie, klein gehackt
  • Paprika, klein geschnitten
  • Tomaten, in Stücken
  • Karotten, in Stücken oder gerieben
  • Frühlingszwiebeln, gehackt
  • Avocado, in Stücken oder Scheiben
  • Algen, am einfachsten sind Flocken
  • Wildkräuter, Blätter oder gehackt
    und so weiter… ihr wisst schon…

 

Die höchste Ausbeute an Sulforaphan erhält man übrigens, wenn die Sprossen kurz auf 70 °C erhitzt (siehe Video unten) und damit die hinderlichen Enzyme deaktiviert werden – das heißt, die Sprossen lassen sich auch prima auf eine gekochte Mahlzeit streuen und anwärmen 🙂

 

 

Brokkoli-Sprossen-Zucht

Jetzt muss ich euch doch noch mein Sprossen-‚Fliessband‘ zeigen! Eine 1m-Fensterbank hat vor einer Weile eine neue Aufgabe bekommen: Brokkoli-Sprossen-Lieferant. Ich habe das so ausgetüftelt, dass 10 Anzucht-Schalen á 10 x 20 cm dort neben einander stehen und jeden Tag eine geerntet und neu angesetzt werden kann. Zwischendurch gibt es immer mal wieder einen Tag, an dem wir nicht dazu kommen, die Sprossen zu essen und so haben die Schalen die ideale Keimzeit von 10-14 Tagen für Mikrogrün – den höchsten Sulforaphan-Gehalt haben sie übrigens nach etwa 48 Stunden (dann sind es aber noch kleine Keimlinge, fast nur Saatkörner)! Im Gegensatz dazu erreichen die Antioxidantien in vielen anderen Sprossen etwa am 5. Tag den höchsten Wert.

Die Anzuchtschalen gibt es online bei Sperli zu bestellen. Leider sind sie aus Kunststoff, muss ich gestehen. Ich hätte gerne eine bessere Lösung gefunden, aber in der praktischen Form habe ich noch keine Alternativen gesehen (über Tipps freue ich mich!). In anderem Format gibt es übrigens tolle Keimschalen und Gläser von Eschenfelder! Und natürlich die bekannten Sprossentürme.

 

 

 

 

Interessante Infos zu Sulforaphan findet ihr zum Beispiel hier:

 

… und auch eine ganze Serie von Videos zu Brokkoli und Sulforaphan auf Nutritionfacts.org (deutsche Untertitel: im Video unten rechts auf Einstellungen klicken)!


 

 

 


 

 

 


 

 

 

 

Kommentare

  • Frank Wechsel
    17. Januar 2020 bei 7:22

    Vielen Dank für die Antwort! Okay, bin zwar kein Fan von Michael Greger (China Study Buch und der ja hinter https://nutritionfacts.org steckt) aber die andere Studie hab ich mir mal angeschaut. Für meine Cracker Keime ich Linsen beispielsweise nur etwa 3 Tage, zum sonstigen Verzehr eher 4-5 Tage lang.
    Das die Lektine durchs Keimen abgebaut werden habe ich auch anders gelesen, zumindest beim Weizen (WGA):
    https://alimonia.net/warum-ich-kein-gekeimtes-getreide-esse-sprossen-ungesund/
    Eventuell ist das bei Linsen (LCH) oder Hülsenfrüchten generell anders.
    https://de.wikipedia.org/wiki/Lektine
    Eventuell keime ich dann auch für die Cracker dann einfach mal 1-2 Tage länger als bisher!

    • ecoco
      17. Januar 2020 bei 8:22

      Klar „steckt“ Greger hinter Nutritionfacts 🙂 dorthin hatte ich bereits verlinkt. Mit der China Study hat er allerdings nichts zu tun, das sind Prof. T. Colin Campbell und sein Sohn. Man muss schon sehr aufpassen, auf welche Quellen man sich verlässt. Ich gehe gerne möglichst nah an den Ursprung. Und viel näher als direkt zu den Studien und einem Team, das nichts anderes tut als Studien zu durchleuchten kommt man kaum, wenn man nicht selbst Wissenschaftler ist. Weizen ist für mich grundsätzlich kein Lebensmittel mehr, zu stark manipuliert. Es kann schon sein, dass dort andere Vorgänge stattfinden. Hauptsache, du findest eine Lösung mit der es dir gut geht! Wenn du merkst, dass dir die Zutaten nicht gut tun, kannst du sie ja auch einfach wieder weglassen. Berichte mal wie’s läuft mit deinen Crackern! 🙂

  • Frank Wechsel
    14. Januar 2020 bei 15:27

    Linsen und Lektin soll ja nicht sooo gesund sein und man sollte die Sprossen vor dem Verzehr kurz dünsten.
    Wie handhabt ihr das? Ich bin dazu übergegangen meine Linsensprossen (Hüsenfrüchtesprossen generell) im Dörrautomat bei 65° zu trocknen. Das dürfte den Lektinen den Gar ausmachen.

    „Lektine sind komplexe Proteine, die sich an Zellmembranen binden und dort biochemisch wirksam werden. Dabei schaden sie dem Verdauungstrakt, indem sie die Darmwand beschädigen, können Skelettmuskulatur zerstören und die Funktion der Bauchspeicheldrüse einschränken. Außerdem werden sie mit einer Vielzahl von Autoimmunkrankheiten in Verbindung gebracht. Insbesondere bei rohem Verzehr sind Lektine giftig, durch Kochen können sie aber weitestgehend unschädlich gemacht werden.“

    https://www.paleo360.de/gesunde-ernaehrung/lektine-sind-schaedlich/

    • ecoco
      16. Januar 2020 bei 7:04

      Mach‘ dir keine Sorgen! Das ist ein Thema, mit dem in der Pop-Literatur gerade gerne Panik verbreitet wird. Um ungesunde Dosen abzubekommen, müsstest du größere Mengen roher (und ungekeimter) Hülsenfrüchte oder Körner essen – und zwar von Sorten mit hohem Gehalt an toxischen Lektinen (nicht alle sind ‚böse‘). Tatsächlich werden Lektine zum einen beim Keimen abgebaut. Zum anderen sind geringe Mengen auch gesund. Ich gehe davon aus, dass die Natur das für uns schon richtig eingerichtet hat 🙂 Grob: wenn wir die Lebensmittel in für uns bekömmlicher Form zu uns nehmen (also am besten frisch, lebendig, gekeimt), dann werden die einzelnen Bestandteile schon in den Mengen vorliegen, wie sie uns gut tun. Wenn du die Lektine dennoch entfernen willst: trockene Hitze wie beim Dörren hilft nicht! Wenn, dann kochen – die Lektine sind wasserlöslich. Siehe auch https://nutritionfacts.org/topics/lectins/ und https://www.hsph.harvard.edu/nutritionsource/anti-nutrients/lectins/. Hoffe das hilft! Viele Grüße, Cheryl

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