Körner – gekeimt, gekocht oder als Brei [Info: Phytinsäure]

Der Frühstücks-Klassiker! Nichts könnte einfacher sein und sich so wunderbar saisonal anpassen lassen - und dabei ist er immer wieder so lecker, dass man sich jeden Tag darauf freut!

Zutaten

... und dann fallen mir drei Möglichkeiten ein:

Zubereitung

Für die höchste Vitalstoffausbeute: 

Gekeimt als Rohkost

Die Körner einweichen und keimen lassen - je nach Sorte dauert das ein, zwei Tage ... also am besten gleich neu ansetzen, wenn man morgens eine Portion erntet. Geht super schnell, wird zur Routine und so ist immer etwas Gekeimtes vorrätig! Dann einfach mit den anderen Zutaten mischen und ... lecker schmecker!

Praktisch auf Vorrat: 

Gekochte Körner

Idealerweise würde ich die Körner einen Tag vorher schon in Wasser legen und somit 'aktivieren'. Dann mit frischem Wasser nach Packungsanleitung kochen. Ich finde, meistens klappt es so ganz einfach: trockene Körner mit der doppelten Menge Wasser - eingeweichte Körner mit etwas weniger Wasser, etwa 1,5-fache Menge - aufkochen lassen, sobald das Wasser die Körner nur noch gerade so bedeckt die Hitze auf eine niedrige Stufe drehen und den Deckel drauf. Ziehen lassen bis die Körner das Wasser voll aufgesogen haben und gar sind - falls nötig, zwischendurch ein Schlückchen nachgießen.

Sehr praktisch: man kann einen ganzen Topf für die Woche vorkochen und im Kühlschrank aufbewahren. Dort halten sich die gekochten Körner gut einige Tage und lassen sich nach Bedarf entnehmen und kalt oder aufgewärmt verzehren. Oder man kann auch mal einen herzhaften Salat daraus zaubern. Für die süße Version: mit den restlichen Zutaten mischen und ... lecker löffeln!

Wenn's ganz schnell gehen muss oder man etwas Warmes braucht:

Gekochter Brei

Die Körner im Mixer oder in der Mühle klein machen oder flocken - oder fertige Flocken oder Gries verwenden. In Flüssigkeit unter rühren kurz aufkochen lassen (man braucht etwa die 2- bis 3-fache Menge Flüssigkeit - lieber mit weniger anfangen und nachgießen bis die gewünschte Konsistenz erreicht ist). Die Gewürze beim Kochen gleich dazugeben. Gefrorene Früchte unter den Brei heben solange er sehr warm ist - das taut die Früchte auf und kühlt den Brei ab! Etwas Abkühlen lassen, die anderen Zutaten darunter mischen. Mjam!

Buchweizen-Sprossen-Bowl
Die Buchy-Bowl - gekeimter Buchweizen bzw. Sprossen!

Notiz zu Phytinsäure

Getreide - dazu zählen Hirse, Reis, Hafer aber nicht Pseudogetreide wie Quinoa, Amaranth und Buchweizen - enthält in der Schale Phytinsäure. Diese hemmt im Körper die Aufnahme von Mineralien, weswegen sie die längste Zeit keinen guten Ruf hatte. Tatsächlich werden der Phytinsäure aber auch gesundheitsförderliche Eigenschaften zugerechnet. Dennoch, wer sich wegen der negativen Wirkung Sorgen macht, der hat drei Möglichkeiten:

  • die Phytinsäure vor dem Verzehr größtenteils abbauen. Dies ist möglich durch Keimen, Einweichen (nicht nur 8 Stunden - mehrere Tage! Also im Grunde doch wieder keimen ...) oder Fermentation (nicht durch Kochen);
  • das Getreide mit Lebensmitteln kombinieren, welche die Absorption von Mineralstoffen fördern, um den negativen Effekt auszugleichen. Dazu gehören die Alliumgewächse wie Zwiebel und Knoblauch;
  • oder einfach etwas mehr von den mineralhaltigen Lebensmitteln essen, damit trotz geringerer Aufnahme genügend zur Verfügung steht - und das dürfte bei einer rein pflanzlichen, abwechslungsreichen, vollwertigen Ernährung sowieso der Fall sein!

Also, das bedeutet zusammengefasst: ich mache mir wegen Phytinsäure keine Sorgen. Solche 'Räuber' könnten womöglich zum Problem werden, wenn ohnehin schon zu wenige Mineralien vorhanden sind, also wenn wir uns nur wenige zuführen - wie bei der heutzutage dominierenden konventionellen Industrie-Kost. Aber das soll ja nicht unser Ziel sein! Und da wir das Gegenteil machen, nämlich Lebensmittel mit möglichst hoher Vitalstoffdichte essen, dürfen wir uns auch über die positiven Eigenschaften der Phytinsäure freuen. Und wer weiss, womöglich wird in Zukunft noch entdeckt, dass diese ohnehin überwiegen...

Mehr Infos z. B. bei Dr. Greger auf Nutritionfacts.org (auch über die Suche nach phytic acid oder phytate - die Seite ist Englisch, die Videos haben zum Teil auch deutsche Untertitel). Ein sehr informatives Video zum Thema gibt es auch von 'Roh Vegan am Limit'

Dieses Essen war jetzt irgendwie schon zu simpel für ein Blogpost, oder? Ich hatte trotzdem Lust, etwas dazu zu schreiben, weil es so einfach und praktisch und variabel ist, dass es für die meisten von uns eine wichtige Grundlage im Alltag bilden und auch mal als Ersatz für jede andere Mahlzeit dienen kann - ein Lieblings-Dauerbrenner! Und ich wundere mich immer, dass fast jedes Kochbuch eine spezielle Variante mit ganz bestimmten Zutaten als Rezept druckt, wobei man doch nie genau diese Zutaten gerade zur Hand hat und eigentlich nur das Konzept verstehen muss, um aus den vorhandenen Lebensmitteln die eigene Variante zu zaubern. So, das war sie also, die allgemeine Anleitung. Abgehakt!

Gekeimter Buchweizen
Gekeimter Buchweizen nach etwa 1 Tag

Kommentare

  • Jochen
    21. August 2016 bei 18:52

    Manchmal müssen die simplen Dinge aber erst mal wieder ins Bewusstsein zurück gerufen werden.

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