Grüner Smoothie mit Sprossen – würzen statt süßen! [Info: ‘grün’ essen]

Aktualisiert im Mai 2019

Mission ‘Mehr Grün essen’! Ein grüner Smoothie macht das ganz einfach!

Grüne Smoothies sind wirklich genial: schnell zubereitet, super einfach und sehr praktisch – man kann sie sogar mitnehmen! Im Internet sind unzählige Rezepte zu finden.

Mir sind die meisten allerdings zu Obst-lastig und süß und ich versuche zurzeit grüne Smoothies zu kreieren, die mit möglichst wenig bis gar keinem Obst auskommen und trotzdem schmackhaft sind.

Nicht, weil gegen Obst etwas auszusetzen wäre, aber ich will das Grünzeug im grünen Smoothie maximieren!

Damit dies gelingt, muss man nur ein paar wenige Punkte berücksichtigen. Hier kommen die Tipps für den grünsten grünen Smoothie

Grüner Smoothie mit Sprossen

1. Mildes, neutrales Grünzeug als Basis für den grünen Smoothie

Alle lieben Grünkohl. Leider reagieren meine Geschmacksnerven sehr empfindlich auf pürierten Kohl, sicher geht es einigen von euch genauso.

Ich liebe Brokkoli als Sprossen, aber püriert, auch wenn es nur ganz wenige im grünen Smoothie sind, bekomme ich sie nicht runter.

Ich vermute, es ist der Geschmack des Sulforaphans, welches entsteht nachdem Glucoraphanin mit dem Enzym Myrosinase reagiert – beide sind in Kreuzblütlern vorhanden und finden normalerweise beim Zerkauen zueinander. Oder eben im Mixer – und dann ändert sich der Geschmack des Getränks von Minute zu Minute.

Wie stark man es schmeckt ist von Mensch zu Mensch verschieden – tatsächlich meinen Forscher dafür ein spezielles Gen entdeckt zu haben. Ich gebe mich geschlagen und genieße Kreuzblütler lieber intakt als püriert.

Somit bin ich auf der Suche nach mildem, neutral schmeckendem Grünzeug als Basis für meine grünen Smoothies.

Ideal sind Sprossen, Mikrogrün und junge Gräser da diese die meisten Vitalstoffe liefern, z. B.:

Saaten und Ausstattung für die eigene Zucht von Sprossen, Mikrogrün und Gräsern, mit Infos und Anbietern, findest du auch im ecoco Wiki:

Da ich mit der Produktion für meine tägliche Dosis Sprossen für grüne Smoothies leider nicht hinterherkomme, ergänze ich die Sprossen mit gekauften oder wild gesammelten grünen Blättern und mische halb und halb. Dafür eignet sich z. B.:

  • Mangold, Spinat, Pak Choi, Grünkraut vom Gemüse, … 
  • milde Wildkräuter wie Malve, Lindenblätter, Vogelmiere, Giersch, Wegerich, Weißdorn, …

Falls du keine Möglichkeit hast, Wildkräuter zu sammeln, kannst du sie sogar online bestellen! Zum Beispiel beim Wilde 7 Wildkräuter Online-Versand:

Übrigens, keine Angst vor der Oxalsäure! Oft hört man, dass durch oxalsäure-haltige Zutaten in grünen Smoothies Nierensteine verursacht oder Mineralien geraubt würden.

Zum einen wird die Gefahr im Beisein von Zitronensäure ‘entschärft’ (siehe 2.), zum anderen liefern die grünen Blätter reichlich Mineralien, so dass einem Raub entgegen gewirkt ist. Wen’s genauer interessiert: eine interessante Zusammenfassung findest du zum Beispiel hier.

2. Säure macht Grüne Smoothies genießbar

Es ist wirklich unglaublich, wie stark ein wenig Säure den Geschmack verbessert! Dazu dienen z. B.:

  • Grapefruits, (säuerliche, nicht zu süße) Beeren, Kiwis, Aprikosen, Zitronen …

Aber wie gesagt bleibt der Obst-Anteil insgesamt gering! Die Basis soll das Grünzeug sein! Ich verwende pro Smoothie nur eine Obstsorte, höchstens ergänzt durch Zitrone.

Die Menge sollte nicht mehr als eine übliche ‘Portion’ sein – z. B. eine halbe bis ganze Grapefruit in einen Smoothie, der nachher etwa 0,7 Liter ergibt. Falls es geschmacklich nicht reichen sollte, geht immer noch etwas Zitrone als ‘Joker’ 🙂

3. Grüne Smoothies lecker würzen!

Jetzt wird der Grüne Smoothie zum Genuss! Mit Kräutern und Gewürzen können wir den Geschmack nach Laune variieren!

Einige davon kann man sich auch als Sprossen oder Gras ziehen und so die Vitalstoff-Ausbeute noch weiter erhöhen!

Als Geschmack-Geber haben sich zum Beispiel bewährt:

  • Ingwer, Minze, Fenchel (als Gras besonders fein!), Anis, Zitronengras, Basilikum, Rosmarin, Thymian, Salbei, Petersilie, Sellerie, Wildkräuter, junge Triebe von Fichte, Kiefer, Lärche, oder Blüten … einfach was greifbar ist und schmeckt!

Tipp: Eine super gesunde Zutat, von der man immer ein kleines Stück hineinmogeln kann, ohne dass sie den Geschmack verändert, ist Kurkuma! Und dazu immer etwas Pfeffer geben, um die Wirkkraft zu erhöhen.

4. Optional: Noch ein Löffelchen Grün!

An Grünzeug fehlen jetzt eigentlich nur noch Algen! Ein Teelöffel Algen-Pulver, z.B. Spirulina oder Chlorella, oder Algen-Flocken lassen sich gut unbemerkt untermischen – nur die Farbe verrät die geheime Zutat 🙂

Du kannst auch noch ein Löffelchen eines anderen grünen Superfood-Pulvers hinzumischen, um dem Smoothie den letzten Feinschliff zu verpassen, z. B. einen Gräser-Mix oder Moringa.

Grüne Smoothiepulver mit Infos und Anbietern findest du auch im ecoco Wiki:

Grüne Smoothie Rezepte

Hier nun also zwei Grüne Smoothie Rezepte als Beispiele zum Ausprobieren – wobei Rezepte immer nur als Inspiration dienen sollen und nach Geschmack variiert werden können. Zunächst allgemein zur Zubereitung.

Zubereitung von Grünen Smoothies

Die Zubereitung ist denkbar einfach: alle Zutaten in den Mixer und auf den Knopf drücken! Umso länger man mixt, umso feiner wird der Smoothie. Je nach Gerät kann dies schneller oder kürzer dauern – ausprobieren.

Am besten sollte man aber so bald wie möglich, wenn eine genießbare Konsistenz erreicht ist, den Mixvorgang stoppen. Ansonsten wird unnötig Sauerstoff verwirbelt und die Zutaten oxidieren schneller.

Theoretisch kann so ein Grüner Smoothie auch ein paar Tage im Kühlschrank aufbewahrt werden. Mir persönlich schmeckt er meistens nur frisch. Der Geschmack verändert sich mit der Zeit. Und die Inhaltsstoffe werden mit den Stunden und Tagen natürlich auch nicht besser.

Wenn man aber aus praktischen Gründen einen Vorrat zubereiten möchte, ist das durchaus machbar. Es gilt wieder: ausprobieren, was einem selbst schmeckt. 

Grüner Smoothie Rezept: ‘Frisch in den Tag’

  • 1/2 bis 1 Grapefruit
  • 1 kleines Stück Ingwer (ca. 1 cm)
  • etwas Fenchel-Gras (Sprossen)
  • etwas Minze
  • 1 Schälchen Rosenklee-Sprossen (1 Anzucht-Schale 10 x 20 cm oder 1/2 Schale eines Sprossenturms)
  • 4 Blätter Mangold
  • 1 Tl. Purya Super Greens
  • 150 ml Wasser

Grüner Smoothie Rezept: ‘Kräuter-Mahlzeit’

  • 1/2 Zitrone (nach Geschmack ohne Schale oder mit etwas Schale)
  • ein Stück Gurke (ca. 10 cm)
  • zwei Stück Sellerie-Stangen (je ca. 10 cm)
  • etwas Dill
  • etwas Petersilie
  • 1 Schälchen Alfalfa-Sprossen (1 Anzucht-Schale 10 x 20 cm oder 1/2 Schale eines Sprossenturms)
  • 1 Büschel Spinat
  • 2 Tl. Gerstengras-Pulver
  • 150 ml Wasser

Viele Zutaten-Ideen mit Infos und Anbietern findest du auch im ecoco Wiki – zum Beispiel in den Kategorien ‘Superfoods & Smoothies’ sowie ‘Keimsaaten & Sprossen’:

Ich bin auch weiterhin am Experimentieren und auf der Suche nach leckeren Zutaten. Also, wenn du etwas empfehlen kannst, freue ich mich über Tipps! Ich suche vor allem noch mildes Grünzeug und neue ‘Geschmacksrichtungen’ für Würze. Wenn dir etwas einfällt, poste es in den Kommentaren, ich freue mich!

Warum mehr Grünzeug essen?

Nach allem was ich gelernt und ausprobiert habe, bin ich mir inzwischen sicher, dass Grünzeug der Schlüssel zu Gesundheit ist! Vermutlich sollte mindestens die Hälfte unserer Nahrung grün sein.

Und wie viel essen wir noch? Ein Blättchen Salat auf dem Burger? Es ist tragisch, dass gerade diese wichtige Gruppe von Lebensmitteln fast komplett von unseren Tellern verschwunden ist. 

Eine Hauptursache hierfür ist, dass wir unser Essen nicht mehr selbst anbauen, sondern aus dem Supermarkt beziehen – wo aufgrund der schlechten Lager- und Transportfähigkeit Grünzeug kaum angeboten wird.

Wir müssen uns also unbedingt selbst helfen und ganz bewusst darum bemühen, Grünzeug in unseren Haushalt zu bringen – durch Einkauf. Wildsammlung oder Eigenanbau.

Denn auch wenn man sich schon sehr viel Mühe mit der Ernährung gibt, ist es doch erstaunlich, wie die Erhöhung des Grün-Anteils eine Zunahme an Vitalität und Leistungsfähigkeit bewirken kann. Es lohnt sich unbedingt, es auszuprobieren!

Interessante Lektüre zum Thema ‘Grün Essen’

Ein Beitrag von

Cheryl (@ecoco)

Kommentare

  • Jochen
    12. März 2017 bei 19:02

    Sehr lecker! Für mich am liebsten junger Spinat vom Markt, Kiwi und als Zugabe Weizengraspulver.

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