Die digital-nomadische Steinzeit – Wie ich Digitaler Nomade wurde und du es auch kannst!

Eigentlich liegt es mir gar nicht so sehr, viel über mich zu erzählen. Immer wieder werde ich aber gefragt, wie ich dazu kam mobil zu arbeiten und wie das damals war, mit meiner Arbeit zu reisen. Und die Leute scheinen die Geschichte ganz interessant zu finden.

Deswegen dachte ich, ich teile sie hier mit euch. Eine kleine Inspiration. Vielleicht findet ihr sie hilfreich, falls ihr selbst vorhabt als Digitaler Nomade durchzustarten! Oder einfach nur unterhaltsam. Also, wie war das am Anfang … ? 

Mehr über meinen zweiten Start ins mobile Arbeiten und nomadische Leben im Jahr 2018 erfährst du in dieser Podcast-Folge – dieses Mal reise ich nur mit Handgepäck und habe keinen festen Wohnsitz mehr!

Mein Weg zum mobilen Lebensstil und Digitalen Nomaden

Dazu muss ich ganz kurz ausholen. Ich bin 1979 geboren, in Süddeutschland, in eine englische Familie. Und damit wurde mir eine kleine nomadische Veranlagung wohl schon in die Wiege gelegt. Denn wir verbrachten praktisch jede Ferien in England, ich fühlte mich überall zuhause und nirgendwo verwurzelt, und außerdem war ich schon immer neugierig auf fremde Länder. 

Diese Neugierde wurde dadurch verstärkt, dass für Reisen ins Unbekannte leider nie Geld da war, da unser Lebensunterhalt von einem alleinerziehenden Elternteil bestritten wurde. Schulfreunde erzählten aber nach dem Sommer immer wieder von spannenden Reisen nach Italien und Spanien, Strand und Sonne, kuriosem Essen und Kulturen – die Exotik der 80er.

So reifte in mir der große Traum der Ferne, der nach dem Abitur die oberste Priorität einnahm. Das Problem, dass ich dann zwar Zeit, aber immer noch kein Geld hatte, löste ich mit einer erfolgreichen Bewerbung bei einer großen deutschen Fluggesellschaft – und nach einer 6-wöchigen Schulung jettete ich als ‚Flugbegleiterin auf Zeit‘ für ein halbes Jahr im Jumbo um die Welt. 

Im Anschluss durfte ich mir ein stark vergünstigtes Flugticket aussuchen und erfüllte mir damit endlich den lang ersehnten Traum von der Reise nach Südafrika.

Der erste Anlauf in der Ferne - missglückt

1999 zog ich also das erste Mal, einfach so, alleine los – rückblickend ganz schön planlos, mit einer ordentlichen Portion jugendlicher Sorglosigkeit im Gepäck – und erkundete das Kap und die Garden Route. Und … fasste kurzerhand den Entschluss, dort zu bleiben. 

Zur Freude der Daheimgebliebenen scheiterte dieser erste Auswanderungsversuch an einer Formalität auf dem Amt, so dass ich doch wieder planmäßig in Europa landete. 

Müsste ich den Stunt heute noch einmal versuchen, wären alle nötigen Daten und Dokumente vermutlich digital abrufbar und mein Antrag womöglich erfolgreich. 

In einem Parallel-Universum wäre es spannend zu beobachten, was wohl aus mir geworden wäre … aber so nahm das Leben seinen Lauf … und irgendwie fand ich mich kurze Zeit später zum Studium in London wieder. 

Zu meinem Entzücken hatte eine Uni gerade Events Management neu ins Angebot aufgenommen und ich dachte mir, wenn schon ein Studium, dann doch wenigstens um Partys zu organisieren. 

Zudem fand das Programm 1000 km fern der deutschen Heimat statt, was meiner Reiselust entgegen kam. Und vier Jahre später hatte ich meinen Abschluss.

Toleranzgrenze - etwas muss sich ändern

Zwischenzeitlich war die Dotcom-Blase geplatzt, Marketing-Budgets wurden gekürzt und als ich voll in die Arbeitswelt einsteigen sollte, sah diese nicht besonders rosig aus. 

Vielleicht hatte ich auch einfach nur Pech mit den Stellen, in denen ich mich versucht habe. Auf jeden Fall habe ich mich immer wieder völlig fehl am Platz gefühlt. 

Das lag weniger an den Aufgaben und Inhalten, sondern eher an den Unternehmenskulturen und Rahmenbedingungen, die in unserer westlichen Welt eben üblich sind oder zumindest zu dieser Zeit vorherrschten. 

Ich bekam den Tipp, meine Dienste als Übersetzerin anzubieten. Ich war zweisprachig aufgewachsen, kannte Sprachdienstleistungen aus der Familie, wo ich schon als Teenie mitgeholfen hatte, und so lag die Idee nahe. ‚Vorübergehend‘, um Zeit zu gewinnen, einen neuen Plan zu schmieden. 

Es war ein Rettungsring, der sich mir auf die Schnelle anbot. Mehr ein Hineinstolpern als eine langfristige Entscheidung – und ich hatte nicht die leiseste Ahnung, dass dieser Entschluss mein Leben in komplett neue Bahnen lenken würde.

Der Einstieg als Freelancer

Ich arbeitete von zuhause, damals noch mit meinem ersten Laptop, das ich mir für die Uni zugelegt hatte. Ich glaube, es hatte einen 13-Zoll-Bildschirm und sah aus wie ein Bauklotz. 

Internetzugang bekam ich schon sehr fortschrittlich über eine DSL-Leitung. Wobei ISDN und sogar die analoge Einwahl mit AOL-CD unter Quietschen und Zischen noch nicht so weit zurück lagen. 

Mein Nokia-Handy konnte telefonieren und SMS verschicken. Gegen Langeweile bot es Snake oder Tetris. Und es hatte Dual-Band, (oder sogar schon Quad?), so dass man in der Netzauswahl flexibel war, sogar im Ausland – klasse! 

Heiß diskutiert waren Palm Organizer – oder doch lieber ein Pocket PC? Und was moderne Recherche-Techniken anging, hatte ich an der Uni einiges gelernt – inklusive einer Einführung in einen relativ neuen, grandiosen und kostenlosen Online-Service namens Google. 

Außerdem hatte ich von einem Freund den brandheißen Tipp bekommen, dass es nun eine hippe, web-basierte Alternative zum Brockhaus gab, genannt Wikipedia. Als Übersetzerin musste man nicht mal mehr in die Bibliothek rennen! 

Ich war bestens gerüstet! Und während auf der anderen Seite des Atlantiks ein junger Zuckerberg an seinem High-School-Netzwerk bastelte, das später weltweit als Facebook bekannt werden sollte, tauchte ich in das Home-Office-Zeitalter ein!

Abstand für neue Perspektiven

Im gleichen Jahr, 2005, gönnten eine Freundin und ich uns einen lange überfälligen Camping-Urlaub. Wir fuhren mit meinem roten Retro-Fiesta (Baujahr 1987), ausgerüstet mit einem Iglo-Zelt und einem defektem Gaskocher an die französische Atlantikküste und streckten dort drei Wochen lang unter Pinienbäumen am Strand alle Viere von uns. 

Wie wir dort abends im Sonnenuntergang mit einem Fläschchen Rotwein im Sand saßen wurde mir bewusst wie nie zuvor, dass diese Art zu leben mit meiner Seele harmonierte. Also, nicht unbedingt der Rotwein. Und auch nicht untätig am Strand zu liegen. Aber die Freiheit, das Klima und die Lebenslust. 

Und es ging mir nicht in den Kopf, dass es irgendwie Sinn machen sollte, nicht jeden Tag seines Lebens so zu zelebrieren. Ich konnte nicht das ganze Jahr in abwartender Haltung und Hoffnung auf wenige Urlaubswochen und Sommertage verbringen. Dieses Konzept hatte ich noch nie verstanden.

Zu allem Überfluss lernten wir im Urlaub auch noch einen Australier kennen, der in der Heimat alles hingeworfen hatte: seinen guten Job; die Erwartungen der Familie, den Familienbetrieb zu übernehmen; die konventionellen Glaubenssätze – um als Barmann mit einem viel geringeren Einkommen aber dafür glücklicher und zufriedener in diesem kleinen französischen Dorf zu leben. Meine Theorie war bestätigt. 

Und an diesem Abend mit Blick auf den Atlantik dämmerte mir, dass es tatsächlich Alternativen zum westlichen, industriellen Lebensweg gab. 

Während ich darüber nachdachte, wie ich nach dem Urlaub wieder zwischen vier Wänden vor mich hin tippen würde, kam mir der Gedanke, „Hm … wenn das von Zuhause geht … dann geht es vielleicht auch von irgendwo anders … ?!“. Damit war ein Samen gesät, der bald wie Unkraut wuchern sollte.

Action! Minimalismus und Digitalisierung - Vorbereitungen zum Digitalen Nomadentum

Ich erinnere mich zu gut an die Rückkehr in meine kleine Wohnung. Nach drei Wochen im Iglo-Zelt, in der Natur, ohne Hab und Gut, war mir jedes Stück Materie zwischen den betonierten Wänden zu viel. 

Es folgte manisches Ausmisten und ich entwickelte die nötigen Fähigkeiten, um heiße Waren an Höchstbietende Ebayer zu verscherbeln. Alles musste weg. Na, zumindest war Vieles plötzlich überflüssig und entbehrlich. 

Das war auch der Zeitpunkt, an dem ich mein Leben digitalisierte. Bücher und CDs, auch alte Tapes und VHS-Kassetten, fanden über Amazon ein neues Zuhause und was mir lieb und teuer war, wanderte ins Laptop. 

Alle wichtigen Dokumente wie Zeugnisse, Verträge oder Versicherungen scannte ich ein. Papier entsorgte ich, wo möglich, und häufte es nie wieder an. Eine externe Festplatte bot ein sicheres Backup, so lange man es regelmäßig erneuerte. 

Und dann fing ich an zu recherchieren, wie meine ‚Work & Travel‘- Schnapsidee wohl funktionieren könnte. Ich kannte niemanden, der dieses Konzept des mobilen, digitalen Arbeitens schon ausprobiert hatte, obwohl es diese Kollegen sicher gab. 

Aber ich hatte meine Vision fest vor Augen. Es würde ein Experiment werden und ich musste es einfach ausprobieren.

Infrastruktur

Das Ziel für den Test war klar: zurück nach Südafrika. Mein Laptop hatte ich. Ich brauchte eigentlich ’nur‘ noch eine Bleibe mit Internet. 

Und letzteres musste zuverlässig sein, da ich früh morgens an Pressespiegeln mitarbeitete und somit tägliche, zeitkritische Aufträge mit getakteten Abgabeterminen zu liefern hatte. Jede Minute zählte.

Die meisten Anschlüsse lieferten Internet noch über ein LAN-Kabel. WLAN war in Hotels noch kein Standard und falls im Angebot, wäre es für mein Vorhaben, den Zeitbedarf und das Datenvolumen unerschwinglich gewesen. Das mobile Internet steckte in den Kinderschuhen. 

Es gab in Deutschland schon die ersten UMTS-Verträge im D2-Netz. Ich erinnere mich an Beträge von etwa 40 Euro im Monat. Und ich glaube, das Volumen war auf wenige Hundert MB begrenzt. Oder vielleicht sogar nach Zeit. Aber gute Netzabdeckung hatte man ohnehin nur in Städten. UMTS im Ausland zu nutzen war eine utopische Vorstellung. 

Aber ich weiß noch, wie ich damals vor mich hinträumte: „Stell‘ dir vor, wenn das so weiter geht und eines Tages das mobile Internet richtig gut und weit verbreitet ist, dann kann man bald wirklich mit dem Laptop am Strand sitzen und von überall auf der Welt arbeiten! Wie abgefahren wäre das denn!“ 

Aber fürs Erste musste ich mich auf die Suche nach einer Unterkunft machen, die mir eine gute LAN-Verbindung garantieren konnte.

Bookings 1.0

Das Online-Angebot, das der Tourismus bereitstellte, war allerdings auch noch nicht sehr umfangreich.

Die großen Portale waren noch im Aufbau und im damaligen Stadium eher Online-Reisebüros als fortschrittliche Suchmaschinen.

Ich muss lachen wie ich diese Story hier schreibe – es klingt für mich heute schon ganz schön verrückt, als würde ich von einem anderen, fernen Jahrtausend reden … und dabei sind nur ein paar kurze Jahre vergangen! Auf jeden Fall blieb außerhalb der Top-Destinationen nur die manuelle Suche nach einzelnen Backpackern oder B&Bs. 

Ich fand dann mit etwas Glück den ein oder anderen, der ’schon‘ eine Webseite hatte oder zumindest in irgendeinem Verzeichnis irgendwo eine E-Mail-Adresse hinterlegt hatte. Und wenn ich diese anschrieb, hatte ich gelegentlich auch das große Glück, das etwas zurückkam, aus Afrika. 

Doch die Götter meinten es gut mit mir, denn ein Backpacker bot mir schließlich an, ein LAN-Kabel in ‚mein‘ Zimmer zu ziehen. Damit war der Plan besiegelt! Zimmer gebucht! Flug arrangiert! … und der Postbote lieferte wenige Tage später zuverlässig das Papier-Ticket! 

Ich bereitete meine kleine Wohnung für die vorübergehende Abwesenheit vor und kurz nach dem Jahreswechsel, im Januar 2006, stieg ich mit dem Laptop unterm Arm in einen Jet zur Südhalbkugel. 

Es sollte ein 3-monatiger Test werden. Ich war super gespannt, was mich erwarten würde, hatte aber zu diesem Zeitpunkt natürlich nicht die leiseste Vorahnung, was die nächsten Wochen tatsächlich für mich bereithalten würden.

'TIA – this is Africa' (… ein örtliches Sprichwort)

Das Internet erwies sich als etwas launisch, um nicht zu sagen abenteuerlich. Scheinbar gab es immer irgendeinen Grund, weshalb es gerade innerhalb meines kritischen Zeitfensters am frühen Morgen nicht funktionieren wollte. Mal war der Strom weg (das gehörte zum Alltag), dann die Telekom-Leitung, dann der Router, oder das Kabel zu meinem Zimmer. 

Als Backup erlaubte mir der Betreiber des Backpackers, früh morgens, wenn ich mit meinen Aufträgen anfangen musste und das Haus sonst noch von stiller Nacht umhüllt war, mich ins Büro zu schleichen und dort direkt am Modem die Leitung anzuzapfen. 

Gelegentlich half auch das nicht und ich musste hektisch meine Sachen zusammenpacken und schnell in einen nahegelegenen Coffee-Shop joggen, der allerdings für meinen Terminplan etwas zu spät aufmachte und außerdem nicht gerne sah, wenn man sein Internet für mehr als nur ein paar Emails nutzte und womöglich noch das Laptop mit Strom aus der Steckdose füttern wollte – das kostete dann auch mal extra. 

Und so viel Kaffee und Muffins konnte ich gar nicht konsumieren, um die nette Besitzern wieder wohlgesonnen zu stimmen. Also blieb der Coffee-Shop eine reine Notlösung. Ein hilfsbereiter Arbeitgeber einiger neu gewonnener Freunde ließ mich ein paar Mal in seinen Büroräumen ans Netz, wenn mal wieder der Super-GAU eingetroffen war. 

Aber kurz gesagt: meine Arbeit gestaltete sich anfangs mehr abenteuerlich als produktiv. Aber irgendwie … mit einem Backup für ein Backup für ein Backup … ging es.

Digitaler Nomade - Mein Weg und wie auch du es kannst. (Cheryl in Kapstadt 2006)
2006 in Kapstadt

Das Hi-Tech-Wunderland

Zu meinem Entzücken entdeckte ich bald, dass der südafrikanische Hi-Tech eine Überraschung bereithielt: im mobilen Internet hatten sie uns Einiges voraus! Da man dort mit den Leitungen hinterher hinkte, hatte man das Potenzial der Funk-Lösungen erkannt! Damit konnte das Netz schneller, einfacher und günstiger einem breiteren Publikum erschlossen werden – sogar in entlegenen Gegenden. 

In Deutschland hatte ich schon PCMCIA-Karten gesehen. Der heißeste Hi-Tech der Stunde war aber hier schon angekommen: die viel schickeren 3G-Dongles, die auch bei uns als Surfsticks Berühmtheit erlangen sollten und bis heute noch zuverlässige Begleiter abgeben. 

Datenvolumen gab es in PrePaid-Paketen ganz nach Bedarf. Aber auch hier musste man etwas tiefer in die Tasche greifen, um einen kompletten Arbeitsalltag damit abzudecken. Die Flatrate blieb vorerst ein Traum. 

Aber immerhin: theoretisch steckte man eine SIM-Karte ein und surfte einfach los. Praktisch … mjaaa … gewöhnte man sich irgendwann an die ständigen Herausforderungen mit Einstellungen, Nummern und Codes, die man zur Einwahl ins Netz hinterlegen musste und an Software, die gerne mal keine Verbindung herstellte. 

Dennoch, ich staunte nicht schlecht, denn zumindest als weiteres Backup lieferten die Dongles eine fantastische Lösung! Und von ersterem – das hatte ich nun gelernt – konnte man schließlich nie genug haben!

Mastermind + Lehrzeit

Irgendwie überschlugen sich die Entwicklungen aber auch außerhalb meines Laptops und ich fand mich nach wenigen Wochen in einer eigenen Wohnung wieder, mit Mitbewohnern, die ebenfalls auf eigene Faust mit einem ‚Work&Travel‘-Experiment aus Europa angereist waren. 

Da muss wohl irgendeine intergalaktische Sternenkonstellation ihr Unwesen getrieben haben. Wie hoch sind die Chancen, dass sich diese Menschen zu dieser Zeit an diesem Ort treffen sollten, um gemeinsam einen neuen Pfad in ihrem Leben zu erkunden? 

Ich bin mir ziemlich sicher, dass mein Leben sehr anders verlaufen wäre, wenn wir uns nicht getroffen hätten, nicht diese Zeit miteinander verbracht und uns nicht gegenseitig in unserer Entwicklung und auf unserer Entdeckungsreise voran getrieben hätten. 

Es gab noch kaum Ressourcen im Internet zum Thema ‚mobil arbeiten‘ oder ‚online Geld verdienen‘, den Begriff des ‚digitalen Nomaden‘ hatte ich noch nie gehört und von einer Community von Gleichgesinnten hatte ich noch nicht einmal geträumt. 

Plötzlich von Menschen umgeben zu sein, die ähnliche Vorstellungen vom Leben teilten, lieferte unglaubliche Inspiration und schaltete den inneren Antrieb auf Turbo.

Das Angebot des örtlichen Buchladens war zwar überschaubar, aber es umfasste immerhin die neuesten Bestseller aus der ‚Personal Finance‘-Sparte wie Robert Kyosaki’s Serie um ‚Rich Dad Poor Dad‘, David Bach’s ‚The Automatic Millionaire‘ oder später auch Tim Ferriss‘ ‚4-Hour Work Week‘. 

Auf dieser Welle von Input wandelte sich unsere neugefundene, kleine Nomaden-Community bald zu einer enthusiastischen Mastermind-Gruppe, in der wir uns über persönliche Finanzen weiter bildeten, über Investitionsstrategien philosophierten und unternehmerische Ideen auf Basis der fantastischen modernen Technik studierten. 

Und praktisch täglich gab es neue Inspiration und Stoff für spannende Gespräche. Daraus wurden dann unsere ersten Experimente mit eCommerce, Blogs, Affiliate-Marketing, Immobilien, Webseiten … angetrieben vom Traum eines ‚Endless Summer‘ und ‚passiven Einkommens‘.

Lebenskonzept Digitaler Nomade

Natürlich hat nicht alles funktioniert. Vor allem nicht vom Start weg. 

Aber wenn ich jetzt gerade so darüber nachdenke, dann sind einige der Versuche tatsächlich zu Projekten herangewachsen, die in irgendeiner Form bis heute aktiv betrieben werden. 

Und die missglückten Versuche lieferten wertvolle Erkenntnisse, führten zu neuen Ideen und fütterten den sich stetig expandierenden Erfahrungsschatz. Und so wurden unsere Experimente zu Lebenskonzepten. 

Mein freiberuflicher Einstieg als Übersetzerin wandelte sich zu abwechslungsreichen ‚e-preneur‘-Projekten – die längste Zeit nun mit Schwerpunkt eCommerce und Online-Marketing. 

Ich verlängerte meinen Aufenthalt ein wenig … und aus den drei Monaten wurden acht Jahre auf dem südlichen Kontinent. Bis heute bin ich zwar nicht ständig unterwegs, war zwischendurch auch mal wieder etwas stationär, aber ich bin unglaublich dankbar, die Wahl zu haben, und schätze die Freiräume sehr, die dieser Lebensstil mir in meinem Alltag schenkt.

Moderne Fülle und Community

Auf den Begriff ‚Digitale Nomaden‘ bin ich erst vor wenigen Jahren gestoßen und habe mich riesig gefreut zu entdecken, dass es doch so viele Menschen gibt, die ähnlich denken und leben. Und dass es inzwischen Plattformen gibt, die uns zusammenbringen, einen genialen Austausch ermöglichen und gebündeltes Wissen bereitstellen.

Die Rahmenbedingungen haben sich wirklich enorm verändert – zum Positiven! Was ich dir mit auf den Weg geben möchte, ist, dass es heute für uns alle viel einfacher geworden ist, unser Leben nach eigenen Vorstellungen zu gestalten! 

Es gibt eine Fülle von Ressourcen, Informationen und unterstützenden Communities. Die Infrastruktur steht, fast weltweit, und wird ständig noch weiter verbessert. Und das Wissen, das wir für unseren unternehmerischen Erfolg benötigen, wird uns praktisch auf einem Silbertablett serviert, so dass wir es nur noch umsetzen müssen. Auch muss sich kein angehender Digitaler Nomade mehr alleine fühlen. 

Für jeden einzelnen, der vielleicht gerade erst anfängt seinen Plan zu entwerfen, bedeutet das, dass die Wahrscheinlichkeit, erfolgreich zu sein und ein alternatives Lebenskonzept umzusetzen, enorm steigt. 

Allein die mentale Stütze, die das Wissen um Gleichgesinnte schenkt, ist unbezahlbar. Und der Support, den die moderne Technik durch Communities ermöglicht, ist in der Geschichte der Menschheit zuvor noch nie da gewesen. Ebenso das Meer an hilfreichen Ressourcen, das in greifbare Nähe gerückt ist und praktisch unbegrenzte Möglichkeiten eröffnet. 

Ich möchte dir wirklich ans Herz legen, zu erkennen, wie wertvoll die Angebote sind, auf die du heute zurückgreifen kannst und welche unglaublichen Möglichkeiten du damit hast! Nutze dieses Angebot und mache das wirklich Bestmögliche daraus!

Was habe ich daraus gelernt, was ich dir mitgeben kann?

Was habe ich also aus meinen eigenen Anfängen gelernt, das ich mit dir teilen kann, um dir deinen Start vielleicht zu erleichtern?

Erstens: Knackpunkt Infrastruktur

Die technischen Herausforderungen, die noch bis vor wenigen Jahren weit verbreitet waren, sind heute an vielen Orten gelöst. Und glaube mir, du willst dich nicht mit Backups für Backups für Backups herumschlagen 🙂 Zeitweise bin ich sogar mit zwei Laptops gereist. Plus Ersatzakkus. Plus Solarpanel. Total verrückt – und für mich heute undenkbar. 

Mein erster Tipp ist deswegen: wenn du das erste Mal los ziehst, mach‘ es dir für den Anfang so einfach wie möglich! Teste dein neues Lebenskonzept erst einmal an einem Ziel, an dem die Infrastruktur, die du benötigst, steht und zuverlässig ist. Wenn dort auch sonst alles gut klappt und du deinen neuen Alltag gemeistert hast, kannst du dir für die nächste Station immer noch einen Ort mit Herausforderungen aussuchen.

Zweitens: Das unterstützende Umfeld

Nachdem die Technik nun keine große Hürde mehr darstellt, liegt die größte Herausforderung vielleicht im konventionellen Umfeld und dem damit verbundenen mentalen Hindernis. 

Man steckt nun mal in Familie und Freundeskreis fest und will sie sich auch für das ’neue Leben‘ erhalten. Nur können die Bedenken und Einwände von Menschen, die sich der Möglichkeiten nicht bewusst sind und die Welt der Online-Entrepreneure nicht kennen oder verstehen, den Weg unnötig erschweren. 

Auch wenn die Warnungen sicher gut gemeint sind. Es gilt, diese Herausforderung zu überwinden und mental stark zu bleiben. Vielleicht helfen dir ein paar meiner Learnings, dich nicht von deinem Weg abdrängen zu lassen.

Sei dir bewusst, was du willst! 

Finde zur Erkenntnis, was du für dich willst. Halte dann daran fest und lass‘ es dir von niemandem ausreden. Lass‘ dich nicht verunsichern und finde einen Weg! Mach‘ dir bewusst, dass auch andere vor dir diesen Weg gegangen sind, die nicht besser oder schlauer waren als du, und dass du es ebenso schaffen wirst, wenn du bereit bist, dein Bestes zu geben.

Suche dir Gleichgesinnte und Mentoren!

Umgebe dich mit Menschen, die so leben oder danach streben so zu leben, wie du es dir wünschst. Du brauchst diese mentale Stütze, den Austausch und auch das Wissen, das du in einer solchen Gemeinschaft erhältst. 

Aber sie muss nicht physikalisch vor Ort sein! Schließe dich Gruppen, Foren oder Masterminds im Internet an. Mentoren findest du auch in Podcasts, Büchern oder Online-Kursen. Wichtig ist nur, regelmäßig einzutauchen, fortlaufend zu lernen, dein Bewusstsein zu öffnen und dran zu bleiben!

Mache fortlaufendes Lernen zu deiner Lebensphilosophie!

Sei immer neugierig und investiere in dich selbst! Bilde dich ständig weiter, sauge Wissen auf wie ein Schwamm und halte immer die Augen und Ohren auf für interessante Entwicklungen und Möglichkeiten, deine Kenntnisse und deine Fähigkeiten voranzubringen.

Gib‘ niemals auf!

Hinfallen ist normal und gehört dazu. Steh‘ einfach wieder auf, versuche es noch mal und mach‘ weiter! Geh‘ davon aus, dass deine ersten Versuche nicht den Riesenerfolg bringen werden, sondern viel mehr deine Ausbildungszeit sind. 

Sie liefern Erfahrungen, welche die Grundlage für spätere Neustarts legen – von denen du heute vielleicht noch nicht mal erahnen kannst, was sie sein werden. Aber gebe immer dein Bestes und lerne so viel aus jeder Etappe, wie du nur kannst! Und ganz wichtig: wenn eine Türe aufgeht, dann gehe auch durch! Take action!

Gebe zurück!

Unterstütze andere und helfe, wo du kannst. Auch wenn du dich selbst noch als Lernenden siehst. Es gibt immer jemanden, der auf einem Gebiet weniger kann oder weiß oder für den auch eine kleine Geste eine große Hilfe sein kann. Teile positive Energie. Was du gibst kommt vielfach zurück.

Viel Erfolg, du Digitaler Nomade

Und damit bin ich am Ende meiner kleinen Geschichte angekommen. Mir wird dabei wieder bewusst, dass wir im Leben meist nur wenige Schritte im Voraus erahnen können und dann oft alles anders als geplant verläuft – wichtig ist nur, anzufangen, sein Bestes zu geben, fortlaufend zu lernen und ständig nachzujustieren! Also, anfangen! 🙂

Du hast allerdings einen großen Vorteil beim Start ins Digitale Nomadentum: vieles ist jetzt viel einfacher geworden und es gibt täglich mehr unglaubliche Möglichkeiten – und außerdem eine große Community, die dich unterstützt! Mach‘ dir das alles zunutze! Du musst das Rad nicht neu erfinden und du bist auch nicht alleine!

Ich hoffe, du konntest aus dieser Geschichte Mut und Inspiration gewinnen, dich auf deinen persönlichen Weg zu machen. Ich wünsch‘ Dir das aller, aller Beste und super viel Glück und Erfolg auf dieser ‚Reise‘! Wer weiß, wo wir uns vielleicht bald über den Weg laufen 🙂

Alles Gute,
Cheryl

Mehr über meinen zweiten Start ins mobile Arbeiten und nomadische Leben im Jahr 2018 erfährst du in dieser Podcast-Folge – dieses Mal reise ich nur mit Handgepäck und habe keinen festen Wohnsitz mehr!

Ein Beitrag von

Cheryl (@ecoco)