Cachupa – Kapverdischer Bohneneintopf oder gebratene Bohnen (vegan)

Cachupa ist der traditionelle Bohneneintopf der Kapverden. Abends werden die Hülsenfrüchte frisch in Suppe zubereitet. Nach dem Essen seiht man die Flüssigkeit ab, so dass sich die trockenen Bohnen am nächsten Morgen angebraten in ein nahrhaftes Frühstück für einen guten Start in den Tag verwandeln. 

Traditionell wird der Eintopf mit Gemüse, Fleisch, Fisch oder Würstchen zubereitet. Inspiriert von dieser einfachen und doch so leckeren Mahlzeit, haben wir eine vegane Version kreiert. Eigentlich handelt es sich um ein ganz simples Basis-Rezept, das nach Belieben abgewandelt werden kann. Mit Grünzeug, Wraps oder Waffeln kommt Abwechslung auf den Teller!

Auf den Kapverden ist die „Cachupa rica“ als Sonntagsessen beliebt. Das Bohnengericht ist aber auch in einfacher Form eine willkommene Bereicherung für den Alltag! Es ist gut vorzubereiten, schnell aufgetischt und sättigt wenn nötig auch eine große Zahl von Mäulchen! Und es schmeckt sogar Gästen, die sonst nicht unbedingt nach Pflanzlich-Vollwertigem suchen … plus es ist ein prima Kompromiss in einem Haushalt, wo sowohl Gekochtes als auch Rohkost serviert wird aber auch gerne mal eine gemeinsame Mahlzeit auf den Tisch soll.

Mai 2020

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Cachupa: Nationalgericht der Kapverden

Wer schon mal in einem typischen kleinen kapverdischen Lebensmittelgeschäft war, der weiß: es gibt vor allem Grundnahrungsmittel. Insbesondere große Säcke mit Hülsenfrüchten zum Selbstabfüllen – „unverpackt“, ganz am Zahn der Zeit.

Wobei die Stufe mit den sinnlosen Portionsverpackungen schlichtweg übersprungen wurde. Oder vielerorts nie angekommen war. Zumindest bis zu dem Zeitpunkt als wir die Inseln besuchten. Was allerdings auch schon einige Jahr her ist … hmmm … es ist wohl nicht auszuschließen, dass der moderne Konsum-Wahnsinn zwischenzeitlich auch auf diesen wunderschönen Vulkaninseln angekommen ist. 

Aber zurück zu den Zutaten. Die Auswahl auf den Inseln ist also recht überschaubar. Es gibt ein paar trockene Grundnahrungsmittel, etwas Gemüse, was gerade frisch verfügbar ist, und auch die Auswahl an Gewürzen lässt sich an einer Hand abzählen. Was lässt sich daraus zaubern? Na, ganz klar: Bohneneintopf!

Und dem wird praktisch jeden Tag aufs Neue mit Heißhunger entgegen gefiebert. Wer ihn probiert hat, muss ihn lieben. Man kommt ohnehin nicht daran vorbei. Cachupa ist allgegenwärtig. Es überrascht nicht, dass sie als Nationalgericht bezeichnet wird. Und das traditionelle Rezept ist wirklich unkompliziert und für jedermann zu verwirklichen. Aber lässt an Genuss nichts vermissen!

Cachupa-Variationen: rica, pobre + guisada

Cachupa besteht also hauptsächlich aus einer Mischung verschiedener Bohnen mit Mais. Diese werden mit Tomaten, Zwiebeln, Knoblauch, Salz und Pfeffer gekocht. An Gewürzen finden sich meist etwas Lorbeer und Koriander. 

Dazu gibt es Gemüse, traditionell Kohl und Kürbis. Sie können in den Eintopf eingearbeitet oder als Beilage serviert werden. Auch Maniok, Yams, Süßkartoffel oder Kochbanane ergänzen die Cachupa. 

Und nun gibt es die Unterscheidung zwischen „Cachupa rica“ und „Cachupa pobre“ – der reichen und armen Variante. Was nicht mehr heißt, als dass man ein einfaches Rezept mit wenigen Zutaten daraus machen kann, meistens dann „nur“ mit Gemüse – oder es wird ein reichhaltiges Sonntagsessen mit ordentlich Fleisch oder Fisch. 

Nach dem Essen gibt man den Eintopf dann in ein Sieb und lässt ihn abtropfen. Die trockene, aber sehr geschmackvolle, Bohnenmischung landet am nächsten Morgen in der Pfanne, wird kurz angebraten und mit einem Spiegelei oder Würstchen zum Frühstück serviert. Das ist dann die „Cachupa guisada„.

Dazu reicht man ein scharfes Chili-Öl. Dabei handelt es sich einfach um klein gehackte, scharfe Chilischoten, die mit Olivenöl in ein Schälchen oder eine Flasche gegeben werden. Das Öl nimmt die Schärfe an und wird mit einem Löffel oder über die Flasche direkt auf den Teller geträufelt. Achtung: hot, hot, hot…! 

Und damit hast du eigentlich auch schon das Rezept für traditionelle Cachupa. Ganz einfach nachzukochen. Du kannst dir aber auch einige original kapverdische Rezepte zum Beispiel hier auf CaboVerde.com ansehen. Auf Kapverden.de ist die örtliche Küche auch auf deutsch beschrieben.

Cachupa wird auf den Kapverden als Nationalgericht in jedem kleinen kapverdischen Imbiss serviert. Eine hervorragende, sättigende Mahlzeit auch für kleines Budget. Als wir um 2010 dort waren gab es das Gericht für umgerechnet etwa 2 Euro. In der gebratenen Version sah es dann so aus: 

cachupa rica mit ei - gebratene bohnen kapverden cabo verde

Das Ei würde ich heute nicht mehr hinunter bekommen. Und auch sonst wäre es für mich heute vermutlich schwierig, auf Cabo Verde auswärts zu essen. Denn selbst die Gemüse-Version der Cachupa wurde mit Speck oder Würstchen als Würze zubereitet, wenn ich mich recht erinnere. Oder doch nicht? Ich frage mich, ob es möglich ist, eine wirklich vegane Variante zu finden? Falls du die Inseln besuchst, erzähl‘ doch was du dort entdeckst! 

Das schöne ist, dass man in der eigenen Küche alles genau so zubereiten kann, wie es einem selbst am besten schmeckt. Und so haben wir uns von der kapverdischen Cachupa inspirieren lassen und eine eigene, pflanzenbasierte Variante nachgekocht. Und du kannst sie natürlich weiter abwandeln wie es dir und deiner Familie am besten schmeckt.

Zunächst aber noch ein Hinweis zu einer besonderen Zutat … 

Weisser Mais - Hominy

Eine Zutat der klassischen Cachupa ist für europäische Vorratskammern etwas ungewöhnlich und schwer zu bekommen. Es handelt sich dabei um weiße Maissorten, wie sie bei uns im Lebensmittelhandel leider nicht angeboten werden. Dieser weiße Mais gehört auch in südamerikanischen Ländern zur Grundausstattung, ist mit unserem gelben Mais jedoch nicht wirklich zu ersetzen. Die weißen Maiskörner sind größer, schmecken recht neutral und haben aber vor allem eine andere Konsistenz. Gekocht haben sie einen wachsartigen Biss und liefern damit ein ganz anderes kulinarisches Erlebnis als unser knackiger, süßer, kleiner Gemüsemais.

Im durchschnittlichen deutschen Supermarkt wirst du den weißen Mais leider nicht bekommen. Falls sich in der Nähe ein Laden für südamerikanische Spezialitäten befindet, könntest du dort fündig werden. Er wird dort als „Mote“ oder „Hominy“ bezeichnet, glaube ich. Eventuell findest du weißen Mais auch in einem afrikanischen Laden. Allerdings habe ich noch kein Angebot in Bio-Qualität gesehen und gerade bei Mais wäre ich bei konventionellen Produkten sehr skeptisch. Vor allem dieser weiße Mais wird aus fernen Ländern importiert und ein großer Anteil des weltweit angebauten Mais ist auch schon genmanipuliert. Also: im Zweifel besser weglassen.

Noch ein Tipp: ich erspare dir den Versuch, den weißen Mais durch trockenen Popcorn-Mais zu ersetzen. Das funktioniert leider nicht. Ausprobiert und missglückt. Popcorn-Mais wird nicht weich und ist gekocht nicht wirklich genießbar. Gemüsemais aus dem Glas hingegen funktioniert, schmeckt aber süßer und hat nicht die wachsartige Konsistenz wie weißer Mais.

Also, ganz nach Geschmack kannst du den weißen Mais weglassen, mit einer süßen Variante wie unserem gelben Mais ersetzen oder auch kreativ werden und eine ganz andere, Alternative ausprobieren. Vielleicht findest du etwas mit vergleichbarer Konsistenz und neutralerem, weniger süßem Geschmack. Wie zum Beispiel Kichererbsen. Toll finde ich auch Maniok. Die Wurzel hat einen ganz ähnlichen wachsigen Biss – ist aber natürlich ebenfalls nicht so einfach zu bekommen.

Also … kein Stress … auch ohne Mais, also als reiner Bohneneintopf, ist Cachupa lecker!

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So sieht der weiße Mais aus … ist allerdings nicht bio und daher leider nicht zu empfehlen. Über den Button findest du weitere Suchergebnisse – vielleicht hast du ja Glück und wenn du das liest ist inzwischen ein Bio-Mais aufgetaucht …

Rezept: Vegane Cachupa - gesund und vollwertig

Nun also zur zeitgemäßen Variante dieses leckeren creolischen Gerichts! Es gilt, die Cachupa zu veganisieren und den gekochten Anteil mit möglichst viel Rohkost, also lebendigem, frischem Gemüse zu ergänzen. Und natürlich: möglichst viel Grünzeug in Form von grünem Blattgemüse, Wildkräutern, Küchenkräutern, Sprossen und Mikrogrün oder auch Algen. Außerdem brauchen wir kein „SOS“ – wir kochen ohne raffinierte Lebensmittel wie Salz, Öl oder Zucker (salt – oil – sugar). Unnötige Zusätze, deren Vorzüge wir besser aus vollwertigen Lebensmitteln bekommen.

Ein weiterer Vorteil: diese moderne Variante lässt sich auch gut vorbereiten! Von der gekochten Bohnen-Basis kann man effizient einen Wochen-Vorrat zubereiten und im Kühlschrank oder der Gefriertruhe in Portionen aufbewahren. Packt einen dann die Cachupa-Lust, muss die Portion nur noch mit viel frischem Gemüse und Grünzeug ergänzt werden.

So entstehen im Handumdrehen unzählige Variationen wie eine leckere Bohnen-Bowl, eine Suppe, klassische Wraps, Salatblatt-Wraps, Waffeln mit Bohnen, rohköstliche Süsskartoffel-, Butternut- oder Kohlrabi-Scheiben mit Bohnen, oder auch eine gekochte Beilage wie Reis oder Kartoffeln mit Bohnen. Zugegeben, die Cachupa lässt sich nicht in jeder Variation wiedererkennen – aber dafür bleibt es abwechslungsreich! 

Ich überspringe also die Cachupa in Form von Eintopf oder Suppe und bereite die Bohnen gleich trocken bzw. in gebratener Variante vor.

Podcast: Böhnchen ohne Tönchen

Übrigens: wenn du oder jemand in der Familie meint, er oder sie vertrage Bohnen nicht so gut… könnte es ganz einfach an der Zubereitungsweise liegen! In unserer Podcast-Folge 47 erfährst du wie du Hülsenfrüchte auf jeden Fall bekömmlich vorbereitest – ohne Gefahr von Blähungen! 🙂 

Zutaten und Zubereitung

Die Portionsgröße hängt davon ab, ob das Gericht als alleinstehende Mahlzeit gegessen wird, zum Beispiel als Bohnen-Bowl, oder mit sättigenden Beilagen wie Wraps ergänzt wird.

Die folgenden Angaben beziehen sich auf einen großen Pott Vorrat, der für 2 Personen einige Tage reicht vielleicht grob eine Woche. Die Mengen brauchst du nicht exakt einzuhalten, variiere und ergänze Zutaten nach Geschmack.

Du brauchst allerdings einen großen Topf. Ansonsten reduziere die Mengen einfach.

Für die Bohnen-Basis

  • je 500 g von drei verschiedenen Bohnensorten nach Wahl (am besten einige Tage vorher bereits eingeweicht und gekeimt, siehe Podcast).
  • 500 g weißer Mais oder eine Alternative (gelber Mais, Kichererbsen – letztere wenn möglich ebenfalls gekeimt).
  • 1 Zwiebel
  • Einige Knoblauchzehen nach Geschmack

Die Basis ist ganz einfach gemacht. Wenn du die Bohnen eingeweicht hattest und bis jetzt hast keimen lassen, kochst du sie nun. Ich koche sie auf, gieße nach etwa einer Viertelstunde das erste Kochwasser gerne ab und erneuere es. Das frische Kochwasser könnte dann auch zum Einfüllen in Vorratsgläser verwendet werden. Für die Cachupa tropfe ich die Bohnen aber ab, sobald sie weich sind, und verwende sie trocken. Wurden die Bohnen ein paar Tage gekeimt, ist die Kochzeit etwa auf die Hälfte oder ein Drittel verkürzt. Prüfe die Bohnen also schon nach etwa 20 Minuten und bleibe dann dran bis sie gut sind.

Wenn du getrockneten Mais verwendest, kochst du ihn gleich mit den Bohnen. Beachte hier die Anleitung auf der Packung, vermutlich muss der Mais ebenfalls vorher eingeweicht werden, sonst bleibt er zu hart. Vielleicht muss er auch länger kochen, so dass du die Bohnen erst später dazu gibst. Kichererbsen würdest du ebenfalls mit den Bohnen kochen. Gemüsemais aus der Dose gibst du erst im nächsten Schritt beim Braten hinzu – oder auch frisch, wenn du das Gericht zum Verzehr anrichtest, wie bei einem Salat. Ich versuche eigentlich immer all das, was nicht erhitzt werden muss, auch nicht zu erhitzen.

Hast du fertig gekochte Bohnen schon vorbereitet, kannst du diese aus dem Glas (oder Dose) nehmen. 

Nun gibst du die Bohnenmischung, nach Geschmack auch den Mais, mit Zwiebeln und Knoblauch in die Pfanne. Brate alles bei mittlerer Temperatur unter Rühren und Wenden gut an, bis es lecker riecht und erste Röstspuren zu erkennen sind. Zu dunkel sollte es nicht werden. Und wenn die Pfanne eine gute Beschichtung hat, brauchst du auch kein Öl.

Fertig ist nun deine Basis-Mischung, mit der du in den nächsten Tage verschiedene Kreationen ausprobieren kannst! In Gläsern oder einer Dose im Kühlschrank halten die Bohnen einige Tage.  

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Für das richtige Ambiente zum Essen sorgt kapverdische Musik, wie von Morna-Queen Cesaria Evora – da kommt „Sodade“ (Sehnsucht) auf … 

Grünes und Gemüse nach Lust und Laune

Jetzt kannst du dir weitere Zutaten zusammen suchen, ganz nach Geschmack oder was die Saison so hergibt!

Orientiere dich an den traditionellen Cachupa-Zutaten wie oben beschrieben oder kreiere deine ganz eigene Variante.

Serviere das Gericht warm oder kalt, als Bowl oder Bohnen-Salat, auf rohköstlichen Wraps, glutenfreien Waffeln oder mit einer klassischen Beilage wie Reis. Mit einem Sößchen, Dip oder trocken. Aber auf jeden Fall mit viel schönem, frischen Grün! Und Reste passen auch am nächsten Tag noch gut in ein Sandwich.

Würze auch mit Kräutern und Gewürzen, wonach dir gerade ist! Mal als Curry, mal mit italienischen Kräutern oder aromatischen Wildkräutern.

Ein paar Beispiele …

Für eine (fast) klassische „Cachupa guisada“:

  • Frisches Grünzeug und Pilze unter die Bohnen mischen.
  • Mit Algenpulver oder Algenflocken und Currymischung (oder Kräutermischung) würzen.
  • Auf einem Teller anrichten.
  • Mit ein paar Avocado-Scheiben (statt Spiegelei) belegen.

Cachupa mit Rotkohl und Süßkartoffeln

  • Rotkohl klein und fein schneiden. Mit Grünzeug unter die Bohnen heben. Wenn du magst, auch ein paar Rosinen.
  • Mit Nelken, Ingwer, Zimt, Koriander oder Currymischung würzen. Auch Sesam oder Tahini passt dazu.
  • Als Beilage Süßkartoffeln in Stücken oder als Scheiben. Oder Kürbis.

Cachupa Wraps

  • Tomaten klein schneiden und unter die Bohnen mischen. Oregano oder italienische Kräuter dazu.
  • Wraps mit Avocado (oder Guacamole), oder Hummus oder Tahini bestreichen.
  • Bohnen darauf geben und Wraps anrichten. Oder Tortillas. Oder rohköstlich: Salatblätter.

Und was hast du leckeres kreiert? Teile doch deine Rezeptidee in den Kommentaren – ich freu‘ mich über Inspiration!

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Ein Beitrag von

Cheryl (@ecoco)

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